Loading...
FAQ (Staatsschuldenkrise) 2018-04-30T12:58:51+00:00

Wie schlimm ist die Staatsschuldenkrise?

Warum verschulden sich Staaten?

Verschuldung wirkt wie ein Puffer, wenn Staatseinnahmen und -ausgaben auseinanderklaffen. Das ist sinnvoll, denn sonst müsste die Steuerlast der Bürger von Jahr zu Jahr stark schwanken.

Außerdem kann man mit Verschuldung große Investitionsvorhaben finanzieren, ohne den Bürger mit hohen Steuern zu belasten. Manche staatlichen Investitionen werfen Jahr für Jahr Erträge ab, aus denen man Zins und Tilgung finanzieren kann. Der soziale Wohnungsbau ist ein Beispiel.

Welche Staatsausgaben sollte man nicht durch Verschuldung finanzieren?

Abgesehen vom Ausgleich kurzfristiger Schwankungen sollte man nur Investitionen schuldfinanzieren, die sich selbst tragen. D.h. entweder müssen die Investitionen Erträge abwerfen, die den Schuldendienst decken, oder sie müssen das Wirtschaftswachstum so stark fördern, dass der Schuldendienst durch die zusätzlichen Steuereinnahmen gesichert ist.

Was nicht durch Verschuldung finanziert werden sollte, sind alle Formen von Konsumausgaben, also Ausgaben, bei denen das Geld verbraucht wird, ohne produktive Wirkung zu entfalten.

Können die Staatsschulden jemals zurückgezahlt werden?

Viele Staaten werden ihre Schulden nie tilgen. Sie werden ihre Schulden stets nur durch neue, größere Schulden ersetzen. Das ist zwar nicht die beste Politik, aber man kann das so machen, ohne unsolide zu werden. Man muss lediglich sicherstellen, dass der Schuldenberg langsamer wächst als das Bruttoinlandsprodukt.

Problematisch sind die Staaten, die ihre Schulden schneller steigern als ihr Bruttoinlandsprodukt wächst. Das führt auf die Dauer unweigerlich in den Staatsbankrott.

Ist Deutschland nicht reich genug, um überschuldeten Ländern zu helfen?

Nein. Deutschland ist selber hoch verschuldet. Deutschlands Schuldenstand liegt bei 80% des BIP. Nach den Stabilitätskriterien des Maastricht-Vertrages, die ständig missachtet werden, dürfen es maximal 60% sein.

Sind alle Länder in der EU hoch verschuldet?

Nein. Manche Länder haben niedrige Schuldenstände. Für 2011 gibt es z. B. folgende Schuldenstände: Bulgarien 18%, Dänemark 45%, Estland 6% (!), Luxemburg 17%, Rumänien 34%, Schweden 36%, Slowakei 45%, Slowenien 43%, Tschechien 41%.

Wie schlimm ist ein Staatsbankrott für das betroffene Land?

Ziemlich schlimm. Die Arbeitslosigkeit steigt, Banken brechen zusammen, Menschen verlieren ihre Ersparnisse. Allerdings ist die Zeit vor dem Bankrott auch schon sehr unangenehm. Und nach dem Bankrott geht es meistens schnell wieder aufwärts, weil das Land durch den Bankrott einen großen Teil seiner Schulden losgeworden ist.

Führt ein Staatsbankrott zu einer großen Bankenkrise?

Nach derzeitigem Stand, ja. Manche europäischen Banken würden einen großen Teil ihres Eigenkapitals verlieren. Aber es hängt entscheidend davon ab, wieviel Eigenkapital die Banken haben. Die solventen EU-Staaten können eine europäische Bankenkrise vermeiden, indem sie das Bankensystem rechtzeitigrekapitalisieren.

Lesen Sie hierzu auch: Welche Alternativen zur Rettungsschirmpolitik gibt es?

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.